Dienstag, 12. Januar 2010

Gierige Banken und unverantwortliche Bänker - selbst im ganz normalen Leben


Hallo liebe Leute,

was ich heute miterleben mußte, machte mich sehr wütend.

Es passiert oft, daß mutige Unternehmer sich verkalkulieren und auf einem Riesenberg Schulden sitzen bleiben. In kleinen und mittleren Firmen nehmen die Besitzer es in Kauf, mit ihrem gesamten Vermögen zu haften. Ihnen bleibt auch nichts anderes über, im "kleinen" Geldbereich werden sie einfach dazu gezwungen.

Die Risikobeurteilung und -beratung wird von den kreditvergebenden Banken jedoch schon aus Eigeninteresse vorgenommen. Solange die Gier nicht die Sinne vernebelt, werden auch Risiken benannt und Unternehmern Kredite verweigert, wenn die Chancen schlecht eingeschätzt werden.

Manchmal aber findet auch im Bereich der "persönlichen" Banken vor Ort Gier im Kleinen statt. Wenn Unternehmenskonzepte aus jahrzehntelanger Erfahrung in der Bankbranche als nicht funktionierend bekannt, trotzdem weit über die Einnahme-Möglichkeiten des Unternehmers beliehen werden. Der Unternehmer dann trotzdem die Verantwortung übernimmt, wenn es (absehbar für Wissende) in die Hose geht, er in die Armut geht und mit den Bürgen für die finanzielle Abwicklung sorgt, also dem Kredit Gegenwerte entgegen stellt. (Aus meiner Sicht als ehemaliger Geldhändler geht es dabei um winzige Erträge, die oftmals die Arbeit damit nicht bezahlen.)

Also es ist der Bank klar, daß ihre Kreditforderung befriedigt wird - vollumfänglich. Das ist auch eher selten heutzutage :-) Normalerweise verhandelt man hier einen Stillstand der Tilgung, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, die Sicherheit zu verkaufen, in der Regel Immobilien.

Dann erlebte ich als mitgehender Freund, das dem Unternehmer von den Bankgestellten nach Rücksprache mit dem Vorgesetzten verweigert wird, die Krankenkasse aus dem Dispokreditrahmen zu bezahlen. Mit der Begründung, daß die Bank die restlich möglichen Miesen aus dem Dispokreditrahmen (fürstlich für die Bank verzinst) als "Teilzahlung" auf die monatlichen Forderungen übertragen will - ohne Anweisung oder Einverständnis des Kontoinhabers. Nur damit die Forderungsseite der Bank nicht so schlecht aussieht. Minus mal Minus ergibt Plus - für die Bank. (Ich weiß nicht, ob sie das rechtlich dürfen. Selbst wenn, überschreiten Sie die Grenze zur Unmenschlichkeit.) Das ist grauenhaft.

Da kommt mir echt die Galle hoch. Selbst den Schlechtestgestellten in unserer Gesellschaft, egal ob privatinsolvent oder Hartz-IV-Empfänger, wird die Krankenkasse bezahlt und gehört zum nicht pfändungsfähigen Mindestbetrag. Aber die machen es!

Und das in einer Banken-Form, die sich als persönliche Vorort-Bank rühmt und wo eigentlich tatsächlich jeder jeden kennt, gerade in kleineren Ortschaften. Selbst bei so kleinen Geschichten, wo es um wenige Hundert Euro (für die Bank) geht, werden Bänker mittlerweile (oder schon länger?) rücksichtslos und gehen über die letzten Grenzen. Pfui. Dabei kennt man sich seit Jahrzehnten. Die Bänker nutzen da ohne Bedenken die Scham- und Schuldgefühle der gescheiterten Menschen aus.

Im Mittelalter gingen die Chirurgen in der Fronleichnamsprozession ganz hinten bei den Abdeckern, weil ihr Berufsstand so schlecht angesehen war. Es ist heutzutage genauso beschämenswert, Bänker zu sein. Ich dachte bis heute, daß nur die Großfinanzbänker voller Gier, Verantwortungslosigkeit, Unverschämtheit und Verachtung für ihre Kunden sind. Aber dem ist nicht so. Dieser Virus ist bis in die kleinste Filiale vorgedrungen.

Es ist nicht schlimm, so zu sein. Schlimm ist es nur, wenn dem nicht Einhalt geboten wird. Ich bitte meine Mitmenschen um Zivilcourage und offene Augen und Ohren, um solchen Mißständen beherzt entgegen zu treten. Solche Dinge dürfen wir nicht länger zulassen.

Mit wütenden Grüßen,
Thomas Karl

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen